Hin und wieder schaue ich etwas Altbackenes namens „Das aktuelle Sportstudio“, auch wenn Dieter Kürten ja leider nicht mehr moderiert. Da die Sportschau wie einst „RAN“ (Sat1) verkommen ist (kurze Spielberichte, viel Werbung und belangloses Drumrumgelaber) und man ja auch nicht jeden Samstag Abend vor der Glotze verbringen will, ist das DAS die Anlaufstelle Nummero Uno. Leider aber machen das ZDF und die Moderatoren seit geraumer Zeit etwas grundlegend falsch: ein Moderator ist dazu da, zu moderieren, also seinen Senf zu irgendetwas hinzuzugeben, dafür allerdings ist eine Sache unumgänglich: man muss ihn verstehen. Das gilt nicht nur für die Semantik, sondern auch für die akkustische Seite – und hier kappieren vor allem Herr Steinbrecher und Frau Müller-Hohenstein nicht, dass ihre schwachen Stimmen gegen das scheinbar frenetisch klatschende Publikum im Aufnahmestudio einfach nicht ankommen.
Ein guter Moderator wartet bis der Applaus auf ein Niveau abgesunken ist, bei welchem man seine Stimme nicht unmäßig kraftvoll ins Mikro schmettern lassen muss. Ein guter Moderator begrüßt die Zuschauer an den Fernsehgeräten nicht sobald die rote Lampe an der Kamera aufleuchtet. Ein guter Moderator genießt den Applaus, lässt seinen Blick schweifen, bedankt sich dezent beim Publikum. Ein guter Aufnahmeleiter achtet darauf, dass der Tonmischer seinen Job gescheit erledigt. Herr Steinbrecher, Frau Doppelname und Herr X tun dies nicht – was der Zuschauer daheim hört, sind schwachbrüstige Organe, die in der tosenden Jubelbrandung untergehen, allein hier und da ein Bröckchen, ein Vokal, eine Silbe sind zu hören.
Dies gilt leider nicht nur bei der Begrüßung, sondern auch beim Torwandschießen, nach jedem Spielbericht und beim Empfang sowie der Verabschiedung der Studiogäste. Beim Dieter kam sowas nicht vor, der hatte noch sowas wie „Gespür“, da brauchte es nicht mal ein starkes Organ.